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Shiatsu und Sport — Shiatsu und Bewegung

Shiatsu statt ... ?

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Shiatsu ersetzt keine anderen Therapien. Hier ist es wichtig zu verstehen, wie welche Art von Behandlung wie auf den Menschen wirkt. Werden alle westlichen und östlichen Diagnose- und Behandlungsformen betrachtet, können in jedem Fall spezifische Stärken, Schwächen und Grenzen festgestellt werden. Jede Methode hat nur einen bestimmten Bereich, in dem sie gut wirksam ist. Denken wir an ein Puzzle. Hier sind die Teile ineinander verzahnt und ergeben nur gemeinsam ein vollständiges Bild. Genauso ist es auch mit verschiedenen Behandlungsformen.[1,2]

Ganz grob kann der Unterschied zwischen westlicher und östlicher Betrachtung wie folgt beschrieben werden. Die westliche Medizin legt ihren Fokus auf die Analyse von Strukturen. Sie verfügt über eine formidable Diagnostik, die bis auf molekulare Ebene hinab Aussagen treffen kann. Auf den Bewegungsapparat bezogen erlauben beispielsweise Röntgen oder Magnetresonanztomographie darzustellen, welche Strukturen in Mitleidenschaft gezogen sind. Und die sehr fein entwickelte Chirurgie ermöglicht, notwendige Eingriffe gut durchzuführen. Dies können wir von der TCM nicht erwarten, weil hier der Fokus ganz wo anders liegt. Hier stehen nicht die Strukturen im Vordergrund, sondern das einwandfreie Funktionieren der Körperfunktionen. Bei Überlastungsverletzungen stellen sich, lange bevor es zu strukturellen Veränderungen kommt, Störungen der Körperfunktionen ein. In diesem Zustand kann die westliche Medizin gar kein Problem feststellen. In diesem Fall ist die TCM mächtiger. Innerhalb der TCM, TTM oder TJM wirken verschiedene Zugänge (Kräuter, Ernährung, Akupunktur, Moxibustion, Shiatsu, Sport, Trommeln, Tanzen, Körperübungen, Yoga, Taiji, Qi Gong, Medidation, Atmen, ...) wiederum auf unterschiedliche Bereiche. Klarerweise gilt dasselbe in der westlichen Medizin.[3]

Zwischen den gerade eben dargestellten Kontrasten Strukturen und Funktionen gibt es Verknüpfungen. Philosophisch könnte gesagt werden, der Mensch (人, じん, jin) verknüpft die beiden Bereiche. Er ist es ja, der in zwei verschiedenen Konzepten beschrieben ist. Um es doch anders zu erklären, stelle man sich eine akute Verletzung (Bruch, ...) vor. Diese führt auch zu einer Stagnation des Qi- und Blut Flusses. Umgekehrt sei an eine über einen langen Zeitraum hinweg bestehende Blockade des Qi- und Blut Flusses gedacht. Dies kann zum Beispiel durch eine orthopädische Fehlstellung bedingt sein. Wird diese nicht behoben, wird dies mit der Zeit auch zu strukturellen Veränderungen führen. Denken wir an das Sitzen am Arbeitsplatz. Wie sitzen wir da, welche Position hat der Rücken, ... In der Sitzposition kommt es zur Abschwächung und/oder Verkürzung von Muskelgruppen. Infolge der Verkürzung kann es zu einer Verstärkung des Hohlkreuzes kommen, sodass die Bandscheiben in der Lendenwirbelsäule stärker belastet sind. Fehlstellungen bleiben meist nicht lokal, sondern werden über den Körper weitergeleitet und in anderen Gelenken ausgeglichen. So kann eine Fehlstellung der Lendenwirbelsäule zu einer Fehlstellung der Halswirbelsäule führen und auch dort zu Schädigungen führen.

So ist aus dem Problem der TCM auch ein Problem der westlichen Medizin geworden oder umgekehrt. Je besser die Situation verstanden wird, desto genauer können Methoden ausgewählt und zu einem Gesamtkonzept integriert werden, um alle notwendigen Bereiche abzudecken.

Quellen :

[1] K. Zippelius und A. Schwarzinger, Sportverletzungen — verkürzter Heilungsverlauf durch integrative TCM Therapie. In: Sport- und Präventivmedizin, 44, S. 24—28 (2014).

[2] K. Zippelius. The Integrative TCM Treatment of Cruciate Ligament Injury. In: Journal of Chinese Medicine, 114, S. 5—14 (2017).

[3] I. Reichl. Sportverletzungen und Dysfunktionen des Bewegungsapparates aus der Sicht der Traditionellen Japanischen und Chinesischen Medizin, Shiatsu-Abschlussarbeit (2017).   ⇛ pdf

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